Rudolf-Steiner-Bücher landen nicht auf Index

6. September 2007

Die zwei Bücher des Begründers der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner („Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ und die „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“) werden trotz „einzelner“ (ARD) rassistischer Äußerungen NICHT verboten. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPMJ) ging auf den Vorschlag des Verlags ein, der zusicherte betreffende Stellen in einer Neuauflage mit Kommentaren zu versehen.

Quellen: SpiegelOnline, ARD

Pädagogik der runden Ecken

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Kleine Klassen, kein Notendruck und eine motivierte Lehrerschaft – Waldorfschulen stehen in dem Ruf, Schüler individuell fördern zu können. Doch die verkappten Religionsschulen verfolgen bis heute die Idee der Antimoderne. Von Peter Bierl

Die Prüfstelle für jugendgefährdende Medien muss über eine heikle Frage entscheiden:

War Rudolf Steiner, Inspirator der Waldorfschulen, ein Rassist?

Das Schreiben aus dem Bundesfamilienministerium ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die beiden Bücher seien „geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren“, da sie „Rassen diskriminierende Aussagen“ enthielten. Autor der Werke: Rudolf Steiner.

Rudolf Steiner

Die beiden Steiner-Bücher sollen, so der ministerielle Antrag, auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt werden. Am kommenden Donnerstag entscheidet die Bundesprüfstelle. Wenn das zwölfköpfige Gremium dem Antrag mit Zweidrittelmehrheit folgt, haben die 206 deutschen Waldorfschulen, die zu einem großen Teil den Namen des inkriminierten Autors tragen, ein Problem.

Der umtriebige Steiner (1861 bis 1925) hat die umstrittene Anthroposophie erdacht, jene „Weisheit vom Menschen“, auf der die Waldorfpädagogik gründet. Vorwürfe, der Guru der Bewegung verbreite auch Rassismus, hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Dass sich nun aber die Bundesprüfstelle der Kritik annimmt, zeigt, dass die Waldorfanhänger zu lange in der Defensive verharrten und die Vorwürfe herunterspielten. Detlef Hardorp etwa, deutscher Vertreter beim „European Council for Steiner Waldorf Education“, kann im Werk des Ahnherrn höchstens „unzeitgemäßes Vokabular“ entdecken.

Dabei spricht die Diktion für sich selbst: „Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden“, schreibt Steiner in der „Geisteswissenschaftlichen Menschenkunde“, die nun auf den Index soll. Darin schwadroniert er auch von der „passiven Negerseele“, die „völlig ihrer Umgebung, der äußeren Physis hingegeben“ sei. Die „kaukasische Rasse“ dagegen soll „den Weg machen durch die Sinne zum Geistigen, denn sie ist auf die Sinne hin organisiert“.

Nur Ausrutscher? Üblicherweise kontern die Waldorfianer die Kritik mit dem Hinweis, dass Steiners oft krude und auch okkulte Schriften in den Schulen nicht behandelt werden. Im Zentrum des Unterrichts stehe der Lehrer als „geliebte Autorität“.

Trotzdem findet das Steinersche Geschwurbel nach wie vor Eingang in die Waldorfklassen. So berichtete das SWR-Magazin „betrifft“ Ende 2006, dass die anthroposophische „Evolutionstheorie“, nach der die Menschheit von der sagenumwobenen Insel Atlantis stammt, in den Schulbüchern auftauchte. Von Charles Darwin fand sich keine Spur. Auch der Grafiker Andreas Lichte, ehemaliger Schüler eines Waldorflehrerseminars in Berlin, beschreibt in einer Expertise für das Familienministerium, wie Schüler einer 5. Klasse die „Menschheitsentwickelung“ nach Steiner lernen mussten.

Dass empirische Forschung nichts zählt, steht sogar im „Studienbegleiter“ für angehende Waldorflehrer an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart. Anfänger müssen am staatlich anerkannten Seminar Steiners Buch „Theosophie“ nicht nur lesen, sondern dabei auch eine „geistige Schulung“ durchlaufen, bei der „Inhalte nicht kommentiert oder interpretiert“ werden. Ziel ist, wortwörtlich, das „allmähliche Hinaufarbeiten zur Ebene eines produktiven Erkennens, das im Gegensatz zu den analytischen Erkenntnismethoden steht“.

In seinem umfangreichen Gesamtwerk fabuliert Steiner von Geistwesen, Äther-, Astral- und physischen „Leibern“, „atlantischen Kulturepochen“ eines Erdzeitalters und vor allem von der „Akasha-Chronik“. Aus dieser geheimnisvollen Schrift wollte Steiner seine Erkenntnisse auf hellseherische Weise gewonnen haben. Praktisch, dass dieser sagenumwobene Geistesschatz ihm exklusiv zur Verfügung stand. Nahezu nichts ist im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das wusste Steiner natürlich und beschied Kritiker mit dem Satz: „Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube.“

Dabei hat der Säulenheilige der Waldorfbewegung seine Visionen nicht mal selbst herbeiphantasiert, sondern vielfach schnöde abgeschrieben. Der Berliner Historiker Helmut Zander legte vor kurzem die erste umfassende Untersuchung der Anthroposophie vor. Sein Fazit nach 1800 Seiten: Steiner bediente sich bei zahlreichen zeitgenössischen esoterischen Autoren und rührte alles zusammen.

Zander sieht Steiner als Suchenden, der sich in einer Zeit technisch-wissenschaftlicher Umbrüche nach letztgültigen Wahrheiten sehnte. „Diese müssen aber stets vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte gesehen werden, sonst liest sich Steiner wirklich wie das Werk eines Verrückten“, sagt Zander. „Steiners Rassentheorie ist in seinem Werk verwoben, das waren keine zufälligen Ausfälle“, meint der Forscher.

Das Bundesfamilienministerium teilt diese Sicht. Die „Rassen diskriminierenden Aussagen“ in den Werken Rudolf Steiners seien als besonders gravierend zu betrachten, da es sich „keinesfalls um Zufallsprodukte oder durch den Zeitgeist bedingte rassistische Stereotype handelt“, heißt es in dem Antrag. Vielmehr seien sie als „Ausprägungen einer spezifisch Steinerschen esoterischen Rassenkunde“ zu sehen.

Quelle: Von Per Hinrichs, spiegelOnline

mehr: http://anthroposophie.blogsport.de/, aftershow/antroprosophie

Werbung!

26. Dezember 2006

„Gesammelte Informationen zur Anthroposophie sind auf diesen Seiten zu finden. Wir beschäftigen uns mit den Waldorfschulen, aber auch mit den PropagandistInnen der dahinterstehenden Ideologie. Außerdem setzen wir uns mit aktuellen Publikationen aus der Welt der Anthroposophie auseinander.“

http://anthroposophie.blogsport.de/

Tanz mir deinen Namen, Keule

17. November 2006

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein neuer Text gegen meine Anthroposophischen „Freunde“ erscheinen. Nur, ich bekomme den Text einfach nicht fertig. Aber es gibt andere, sehr gute, Möglichkeiten, sich über Waldorfdorfpädagogik/Anthroposophie schlau zu machen. Damit möchte ich wiedereinmal die Seite Provinzkritik bewerben:

Zur Kritik der Anthroposophie
Einstiegstext zur Kritik der Anthroposophie

Steiner Biographie [Teil 1]
Erster Teil einer Biographie über Rudolf Steiner, dem Begründer der Waldorfschulen.

Steiner Biographie [Teil 2]
Theosophische Gesellschaft – Back to Roots.

Steiner Biographie [Teil 3]
Exkurs: ZwischenKriegsZeiten oder “der Imperialismus als höchstes (…) des (…)”

Steiner Biographie [Teil 4]
Der Erster Weltkrieg

“Rassenkunde” und “germanische Mythologie”.

In der Broschüre “Vom Lehrplan der Freien Waldorfschule” finden angehende WaldorfleherInnen einiges was sie im Unterricht vermitteln sollen. Im Vorwort finden wir die Ankündigugn, dass bei Anwendung der Ratschläge aus der Broschüre, bei “Kindern und Jugendlichen durch entsprechende Stoffwahl nicht nur Wissensvermittlung aufgebaut wird, sondern durch den Unterricht ein Erziehungswerk geschehen kann“.
Hier sollen also WaldorflehrerInnen alles finden, was sie zum Unterrichten brauchen. So empfiehlt die Broschüre für die Vierte Klasse die “Sagen der germanischen Mythologie und der Heldenzeit“. weiter…..

steiner
Rudolf Steiner.
Würden sie ihm, ihre Kinder anvertrauen?

Veranstaltungshinweis

3. November 2006

Dienstag, 7. November

Nürtingen. »Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik«. Vortrag und Diskussion mit Peter Bierl zum reaktionären Potenzial der Anthroposophie. In der FH für Kunsttherapie, Sigmaringer Straße 15, um 18.30 Uhr.

Leider habe ich zu dieser Veranstaltung keine weiteren Infos.

Quelle: Jungle Wolrd

Anthroposophie und Sexualität.

25. September 2006

Auch wenn es so scheint, als wäre es selbst den Waldorfpädagogen peinlich über dieses Thema zu reden, hatte Steiner auch zum Thema Sexualität seine Begrifflichkeiten, die nicht minder gruselig sind wie alles was aus der Feder Rudolf Steiners oder dessen Munde kam. Zusammengefaßt ist das alles in der „Akasha-Chronik“ und ich möchte zum Einstieg Steiner kurz zitieren:

In einer alten Zeit erscheinen menschliche Formen vor uns, weich, bildsam, ganz verschieden von den späteren.

Dazu sollte man wissen, das Steiner nicht der Evolutionstheorie folgte, sondern seine ganz eigenen Vorstellungen hatte, woher der Mensch kommt. Dieses „woher“ erscheint bei Steiner noch abstruser als in der Bibel, auch wenn sich Steiner teilweise auf diese bezieht. Bevor ich wieder zum Thema Sexualität zurückkomme, noch eine kurze Zusammenfassung woher der Mensch stammen soll. Steiner selbst gibt eine Entwicklung in drei Stufen an und diese Entwicklung beginnt nicht wie man meinen könnte auf der Erde. Drei planetarischen Entwicklungsstufen soll es gegeben haben und der Mensch bewohnte schon andere Planeten bevor er auf die Erde kam. Aber auch die Erde selbst war nicht immer das, wie wir sie heute kennen, eigentlich hat die Erde schon drei Zustände durchgemacht, nämlich, den Saturn-, Sonnen-, und das Monddasein. Die Sonne, der Saturn und der Mond sind also die drei Inkarnationen der Erde. Als Beispiel wie wir uns den Menschen vorstellen sollen, bevor er die Erde erreichte zitiere ich Steiner aus seiner „Akasha-Chronik“: Seite 162

Der Saturnmensch hatte also in seinem Umkreis elf andere Wesensarten neben sich (…) Die anderen Wesensarten jedoch – sieben außer der Saturnmensch – sind alle an der Entwicklung des Menschen beteiligt. Sie verhalten sich dabei als schöpferische Mächte (…) Die erhabensten von diesen Wesen waren diejenigen, welche, als die Saturnmenschen begangen, bereits eine Bewußtseinsstufe erreicht hatten, die der Mensch erst nach seinem Vulkanleben erlangen wird.

So erscheint es auch nicht weiter verwunderlich das Steiner auch die Fortpflanzung des Menschen in Frage stellt. Der Mensch war noch nicht immer Mann oder Frau, sondern soll beide Geschlechter in sich getragen haben, konnte sich also selbst Befruchten und das nur über den Gedanken. Für Steiner ist die Trennung der Geschlechter und damit die verloren Möglichkeit der Selbstbefruchtung ein Übel welches aber nicht lange wären würde. Sollte dies immer noch in Schulen geleert werden ist es nicht schwer auszumalen welches Verhältnis Jugendlich zu ihrem Körper und zur Entdeckung ihrer Sexualität haben werden. Einwende: „das wird aber an unsere Schule nicht geleert“ werde ich nicht als Argument zählen. Ein Schulsystem welches sich auf den Namen und die Schriften Steiners beruft muss sich entweder davon distanzieren und damit einsehen das der Rest auch vollkommener Blödsinn ist, oder schweigen, dies gilt auch für die Schüler die immer noch meinen ihrer Erziehung schönreden zu müssen.

Es gibt am Menschenkörper solche Organe, welche in ihrer gegenwärtigen Gestalt in einer absteigenden, andere, welche in einer aufsteigenden Entwicklung sind. Die ersteren werden in Zukunft ihre Bedeutung für den Menschen immer mehr verlieren. Sie (…) werden verkümmern (…)

Was Steiner hier ganz harmlos erscheinend formuliert ist in seiner Konsequenz gefährlicher Dogmatismus. Denn was Steiner hier kühl anonymisiert und seine „Verkümmerung“ predigt, meint die Sexualorgane, die Genitalien des Menschen.

Zu den ersten Organen (welche verkümmern) gehören unter anderem diejenigen, welche der Fortpflanzung, der Hervorbringung des Gleichen dienen. Sie werden ihre Aufgabe in Zukunft an andere Organe abgeben und selbst zu Bedeutungslosigkeit herabsinken.

Diese Lustfeindlichkeit und die Negierung der Sexualität habe ich noch nirgends anders gefunden. Aber es geht noch weiter:

Was aus Sinnlichkeit, aus Trieb, Begierde, Leidenschaft hervorgeht, das will nur das egoistische Individuum. Daher muss der Mensch dieses selbstische Wollen abtöten.

Dieser Satz benötigt keine Erklärung. Steiner spricht noch von der Krankhaftigkeit der Sexualität, aber das lasse ich erst-einmal aus. Aber wird das in der Waldorfpädagogik angewendet? Paul Wagemann unterstellt der Waldorfschule eine Körperfeindlichkeit in der Tradition des christlichen 19.Jahrhunderts. Er meint weiter:

Je größer die Verdrängung der Sexualität, desto intensiver die pädagogische Brünstigkeit, eine Erscheinung, die an Staatsschulen weitaus seltener zu beobachten und eigentlich nur an Klosterschulen bekannt ist.

Er spricht dabei von einer „Verschiebung und Verdrängung körperlicher Sinnlichkeit“. Steiner selbst will das schon im Kindesalter mit der Bekämpfung der Sexualität begonnen wird und es gibt Waldorfschulen in denen darauf geachtet wird,

daß die Jungen möglichst Höschen ohne Schlitz tragen, damit sie nicht durch sein Öffnen und Ziehen am Geschlechtsteil erregt werden.

(Aus Kayser/Wagemann)
Das beste Fazit dazu kommt von Paul-Albert Wagemann:

Wozu auch Geschlechtsorgane, gar den Sexus kultivieren, wenn das alles sowieso abstirbt, man sich später durch den eigenen Mund vermehren kann. Das entlastet vom Druck des Triebes und macht reine Kopfgeburten möglich.

PRÜGEL AN WALDORFSCHULE

18. September 2006

Acht Lehrer vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft Lehrern der Waldorfschule Kempten „Körperverletzung im Amt“ vor. Sie sollen Schüler mit dem Kopf gegen die Tafel gestoßen, an den Ohren gezogen und ihnen Ohrfeigen verpasst haben. Dafür müssen die Pädagogen sich vor Gericht verantworten.

Kempten – Am Donnerstag beginnt der erste von mehreren Prozessen gegen Waldorf-Pädagogen, die unter anderem Ohrfeigen ausgeteilt haben sollen. Nach Angaben des Gerichts muss sich zunächst ein 35-jähriger Kemptener Lehrer verantworten. Ihm wird vorgeworfen, zwischen September 2001 und Juli 2003 einen Schüler mehrfach traktiert zu haben. So soll er den Schüler von seinem Stuhl hoch gezerrt und dann heftig wieder nach unten gestoßen haben. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kempten erlitt dadurch der Schüler eine Steißbeinprellung und verspürte mehrere Stunden lang Schmerzen. Danach soll der Lehrer den Schüler auch noch an die Tafel gezerrt und mit dem Kopf dagegen gestoßen haben. Ähnliche Vorwürfe, von Ohrenziehen über Ohrfeigen bis hin zu kräftigem Am-Nacken-Packen, haben mehrere Eltern den Ermittlern berichtet.

Der Geschäftsführer der Kemptener Waldorfschule, Roland Birk, wies die Vorwürfe zurück. „Wir haben Sammelanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung erstattet“, sagte Birk. Es habe zwar eine Ohrfeige gegeben und auch das Zurückstoßen auf den Stuhl. Das aber hätten die entsprechenden Lehrer erklärt. Für die Ohrfeige habe es auch beim Schüler und seinen Eltern eine Entschuldigung gegeben. Der Schüler habe zuvor bei einem Schulausflug einen Lehrer mit Farbe bespritzt.

Dem leitenden Oberstaatsanwalt Herbert Pollert zufolge kamen die Ermittlungen durch mehrere Briefe von Eltern eines ehemaligen Schülers an das Staatliche Schulamt, die Staatsanwaltschaft und die örtliche Zeitung in Gang. Später folgten weitere Schreiben und Leserbriefe, so dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ausweitete. Insgesamt müssen sich sieben Lehrer und eine Lehrerin der Waldorfschule vor Gericht gegen die Misshandlungsvorwürfe verteidigen.

„In Liebe erziehen, in Freiheit entlassen“

Die „Allgäuer Zeitung“ berichtete bereits im August 2005 über die Vorwürfe gegen Lehrer der Waldorfschule. Darin sprach ein Vater von „Blutergüssen“ an den Wangen seines Sohnes und auch von schwerer körperlicher Arbeit von Schülern auf dem Schulgelände. Nach Darstellung von Roland Birk auf der Schul-Homepage hatte die Schule den Vertrag mit den Eltern eines Schülers zum Ende des Schuljahres 2004/2005 gekündigt, weil sich die „Vereinbarungen zum Gedeihen der Zusammenarbeit als leider nicht trägfähig erwiesen“ hätten. Daraufhin habe der Vater „uns unter Druck setzen“ wollen und angekündigt, die Schule beim Kultusministerium und bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen und die Presse einzuschalten. Andere „ehemalige Eltern unserer Schule“ nennt Birk auf der Webseite „Trittbrettfahrer“ der „Angriffe“.

Waldorfschulen sind Schulen in freier Trägerschaft, an denen nach der von Rudolf Steiner entwickelten Waldorfpädagogik unterrichtet wird. Ein Motto der Schulen lautet: „Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.“ Bundesweit lernen derzeit knapp 80.000 Schüler an 192 Waldorfschulen, die meisten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Eltern entscheiden sich oft für Waldorfschulen, weil sie erwarten, dass ihre Kinder dort einem geringeren Leistungsdruck ausgesetzt sind und dass intensiver auf die Schüler eingegangen wird als an staatlichen Schulen. Zu den Besonderheiten der Waldorfschulen zählt, dass sie von der ersten bis zur zwölften Klassen als Gesamtschulen organisiert sind, dass ein Klassenlehrer bis zur achten Klasse alle Fächer unterrichtet, es viel künstlerischen und handwerklichen Unterricht und kein Sitzenbleiben gibt. Die pädagogischen Konzepte und Wertvorstellungen sind allerdings ebenso umstritten wie die Weltanschauung des Anthroposophie-Begründers Rudolf Steiner.

An der Freien Waldorfschule Kempten“, 1981 eröffnet, gibt es 13 Klassen und sieben Kindergartengruppen mit insgesamt rund 500 Kindern und Jugendlichen. Nach eigener Darstellung ist sie 1987 nicht mehr Mitglied in der Dachorganisation Bund der Freien Waldorfschulen, weil es „tiefgreifende Differenzen“ über die Autonomie einer Waldorfschule gegeben habe. Der Bund der Freien Waldorfschulen teilte mit, dass er die Kemptener Schule ausdrücklich nicht anerkenne. Aufgrund des zur Zeit der Gründung der Schule fehlenden Namensschutzes dürfe sich die Schule dennoch Waldorfschule nennen.

Quelle: Spiegel online

Zeitschrift Info3

5. September 2006

Zu diesem Blatt gibt es hier Infos. Provinzkritik bringt an dieser Stelle einen Einstiegstext zur Kritik der Anthroposophie und setzt damit seine Textreihe fort.

In eigener Sache

4. September 2006

Auf meinen Beitrag zur Waldorfpädagogik bekam ich einen Kommentar auf den ich wie folgt eingehen möchte.
An >Christoph und Andi Assi<
Auch wenn mir ihre „Einwände“ nur als Provokation vorkommen, werde ich dennoch auf diese eingehen.
Sie schrieben daß ich darauf achten sollte, wann Steiner seine Schriften verfasste und wer diese wie aufschrieb. Zum ersten „Einwand“: Ich meine es sollte egal sein wann, wer, wie, was schrieb wenn es eine vernünftige, also im Gegensatz zu Steiner, Wissenschaftliche Analyse des, z.B. woher kommt der Mensch, gibt. Steiner hielt sich nicht an diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, er stellte dagegen eine völlig abstruse Geistes-„Wissenschaft“ auf, welche, das sagt der Name schon, nichts mit rationaler Begründung zu tun hatte. Steiner hätte es also besser oder richtig wissen können und das er dieses Wissen ad absurdum stellte macht die Sache eigentlich noch schlimmer. Den Vorwurf, Steiner wurde nur falsch Interpretiert, bekommt man, kritisiert man seine Schriften, oft zu hören. Ich kann gegen diesen Vorwurf auch nicht sonderlich viel sagen, aber, ich kenne keine Gegen- oder Richtigdarstellung von Steinar. Dieser Vorwurf kommt auch meist von Waldorfpädagogen selbst und diesen gehört mein Vertrauen sicher nicht. Komplett aus den Weg räumen kann ich dieses Gerücht also nicht, aber ich zweifle doch stark an seiner Richtigkeit.
Weiter kamen von ihnen Sätze die sich positiv auf den Staat Israel beziehen, diese werte ich als klare Provokation, da sie nichts mit dem Thema zu tun haben, werde daher auch nicht auf diese eingehen.
Ihrem Vorschlag eine, ihrer Meinung nach, Gegendarstellung zu lesen werde ich nicht nachkommen, ich kenne die Schriften Steiners und sehe es als nicht nötig an mir „diesen Mist“ von seinen VerteidigerInnen auch noch schön reden zu lassen.
Sollten sie aber ernsthaftes Interesse an diesem Thema haben, stehe ich für Fragen oder Anregungen zur Verfügung.

Aftershow.



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